Content-Marketing

Der zuverlässige Weg zur Content-Marketing-Strategie

Content-Marketing-Strategie

Ganz gleich wie lange Du bereits Content-Marketing betreibst: Früher oder später muss eine Strategie her. Andernfalls vergeudest Du unnötig Ressourcen und der Abstand zu Wettbewerbern vergrößert sich.

Wie bitte? Du arbeitest bislang ohne eine dokumentierte Strategie? Dann wird es höchste Zeit, Deine Arbeit jetzt sofort vom Kopf auf die Füße zu stellen!

Was macht Content-Marketing so erfolgreich?

Seit Menschen auf der ganzen Welt digital miteinander verbunden sind, boomt Content-Marketing. Laut dem Content Marketing Institute nutzen rund 86% aller B2C-Marketer sowie 70% aller B2B-Marketer das Instrument. Anders als die klassische “Reklame”, hat Content für den potenziellen Kunden einen Nutzen meistens in Form von Wissen oder Unterhaltung.

Wirklich neu ist das Instrument keinesfalls. Bereits seit 1732 veröffentlichte Benjamin Franklin regelmäßig ein Almanach, um sein entstehendes Zeitungsimperium zu bewerben. In Deutschland ist der Pionier des Content-Marketings Dr. Oetker. Bereits in den 1890er Jahren bedruckte er die Verpackungsrückseite seines Backpulvers mit Rezepten.

Dr. Oetker Content-Marketing
Quelle: Dr. Oetker

Was ist eine Content-Marketing-Strategie?

Eine Content-Marketing-Strategie (bzw. ein Content-Marketing-Konzept) beschreibt, wie Marketingziele mit Hilfe von bereitgestelltem Content erreicht werden. Neben der Zielbeschreibung umfasst das Strategiepapier eine Ressourcen- und Maßnahmeplanung. Eingebettet ist die Content-Marketing-Strategie in eine übergeordnete Marketing-Strategie.

Wesentliche Bestandteile sind:

content-marketing-strategie
Quelle: Search Engine Watch.com

Tatsächlich vergeuden viele Unternehmer ihre ohnehin knappen Ressourcen mit falschen Aktivitäten. Falls Dein Unternehmen als kleiner Player in einem umkämpften Markt unterwegs ist, kannst Du Dir Ressourcenvergeudung nicht ewig leisten. Deshalb ist es umso wichtiger, mit einer dokumentierten Strategie fokussiert und planvoll zu agieren.

Der zuverlässige Weg zur Content-Marketing-Strategie:

WER?

Schritt 1: Team bestimmen

Content-Marketing sollte unbedingt agil gemanagt werden. Denn Trial-and-Error sowie schnelles Reagieren auf Marktveränderungen spielen eine große Rolle. In diesem Sinne solltest Du, falls noch nicht vorhanden, zunächst ein Team zusammenstellen und dann gemeinsam an der Strategie arbeiten.

WARUM?

Schritt 2: Was ist Euer “Warum”?

Wisst Ihr überhaupt, warum Ihr macht, was Ihr macht? Nein, die Rede ist nicht vom Geld verdienen. Sondern von den inneren, gemeinsamen Beweggründen. Im Fachjargon auch Purpose (Unternehmenszweck) genannt. Dieser sollte eigentlich aus dem Markenkonzept hervorgehen. Es existiert gar keins? Dann bestimme mit dem Team wenigstens das Warum.

Beispiele

Unternehmenszweck Beispiele

Für das Content-Marketing liefert so ein Statement nicht nur viel Inspiration, sondern steigert auch die Motivation im Content-Team. Denn es macht noch mal für Euch und potenzielle Kunden klar, warum Ihr überhaupt Content produziert.

WAS?

Schritt 3: Strategische Ziele prüfen

Um ein Ziel zu erreichen, sollte man es zunächst einmal definieren. Und zwar am besten gemeinsam im Team. Sonst besteht die Gefahr, dass jeder in eine andere Richtung läuft und Ihr Eure Ziele aus den Augen verliert.

Marketingziele

Content-Marketing wird nicht nur zur direkten Stärkung des Vertriebs eingesetzt. Andere wichtige Ziele sind Branding, SEO und die Kundenbindung. Ihr könnt problemlos mehrere strategische Ziele bestimmen. Zu beachten sind dabei folgende Dinge:

  • Finden sich alle Ziele in der übergeordneten Marketing-Strategie wieder?
  • Sind Ziele identisch (Zielidentität)?
  • Unterstützt ein Ziel ein anderes (Zielkomplementarität)?
  • Behindert ein Ziel ein anderes (Zielkonkurrenz)?
  • Schließen sich Ziele einander aus (Zielantinomie)?

Im Vordergrund dieses Artikels stehen messbare, ökonomische Ziele wie Umsatz, Gewinn oder Anzahl der Kunden. Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihr sonstige Ziele ignoriert. Nicht wenige Unternehmen wollen mit Content-Marketing zum Beispiel Mitarbeiter binden oder Ihr Google-Ranking verbessern. Jedoch sind dafür jeweils eigenständige Strategien notwendig. Diese hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen.

Eure Aufgabe ist es, Zielbeziehungen näher zu betrachten:

  • Wenn sich zum Beispiel mehrere Ziele nicht gleichermaßen verfolgen lassen, priorisiert diese. Denn Eure Ressourcen sind begrenzt.
  • Risiken aufgrund konkurrierender Ziele sind von Vornherein zu vermeiden.
  • Überflüssige Ziele, die bereits mit anderen abgedeckt sind, im Sinne der Übersicht möglichst entfernen.

Beispiel-Zieldefinition

  1. Umsatz vergrößern
  2. Absatz vergrößern
  3. Bekanntheitsgrad erhöhen
  4. Image als Experte für Schrumpfschläuche aufbauen

Schritt 4: Ziele operationalisieren

Nachdem Ihr Eure strategischen Ziele bestimmt habt, brecht diese auf operative, Content-Marketing spezifische Ziele herunter. Beispiele dafür sind:

  • Aufbau einer Fangemeinde (Audience, Community, …)
  • Vergrößerung der Blog-Stickiness (Verweildauer, Engagement, …)
  • Marke stärken (Reputation, Vertrauen, Leadership, Education, …)
  • Generischen Traffic vergrößern (SEO)
  • Generierung von Leads
  • CAC senken (Gewinn maximieren)

Wählt nun die zwei bis drei wichtigsten Ziele aus und formuliert aus diesen Statements sogenannte SMART-Ziele. Und zwar maximal zwei bis drei sortiert nach Priorität. Achtet auch hier darauf, dass diese möglichst nicht miteinander konkurrieren.

SMART Ziele definieren
Quelle: accompana

In der unternehmerischen Praxis werden Ziele oftmals nicht SMART formuliert. Dabei hilft diese Vorgehensweise, unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten im Vorhinein zu vermeiden. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könnten Content-Marketing-Ziele wie folgt ausformuliert werden:

Wir wollen mit unserem Corporate-Blog bis Ende 2019 rund 1.000 Fans gewinnen
Wir wollen auf unserer Website bis Ende 2019 rund 1.500 Marketing Leads generieren

Einige werden jetzt sagen, das seien ja sehr vage Messgrößen. Korrekt. Daher müssen echte KPIs her, welche sehr konkrete Maßnahmen im Rahmen gesetzter Milestones messen können.

WANN?

Schritt 5: KPIs und Milestones bestimmen

Beliebte KPIs im Content-Marketing sind

  • Verweildauer
  • Seiten per Sitzung
  • Sitzungen eines Users je Woche/Monat/Quartal
  • Anzahl Verweiszugriffe
  • Anzahl generischer Zugriffe
  • Conversion Rate
  • CTR

Content Marketing KPIs

Beispiele:
Wir wollen mit unserem Corporate Blog bis Ende 2020 rund 1.000 Fans gewinnen
Geplante Durchschnittswerte bis zum 31.12.2020

  1. Verweildauer: 8 Minuten
  2. Seiten je Sitzung: 3,2
  3. Sitzungen eines User je Monat: 1,8
  4. Anzahl Sitzungen je Monat: 10.000

Für das Controlling gibt es noch viele weitere KPIs, welche den gesamten ROI unter die Lupe nehmen. Diese sind jedoch für die Zielbestimmung erstmal unwichtig.

Analog könnte übrigens auch mit Objectives and Key Results (OKRs) gearbeitet werden, aber das Thema lassen wir mal außen vor.

FÜR WEN?

Schritt 6: Zielkunden beschreiben

Damit Content-Marketing funktioniert, müsst Ihr Euch im Klaren sein, wen genau Ihr ansprechen möchtet. Je lebensnaher, desto besser. Vage Zielgruppenbeschreibungen wie “Bauingenieure zwischen 27-35 Jahre alt” helfen Euch kaum weiter. Ihr müsst beschreiben, wie typische Kunden genau ticken. Was machen sie beruflich? Wie lange bereits? Was ist deren Bildungsstand, wie sind deren Einstellungen zu bestimmten Themen? Gebt Euren fiktiven Kunden ruhig einen Namen und versieht ihn mit einem Portraitfoto. Das macht ihn lebensnaher und Ihr könnt besser seine Perspektive einnehmen.
Mehr zum Thema findet Ihr am Ende dieses Artikels.

buyer persona

Alternativ (oder ergänzend) kann Euch eine Customer Empathy Map helfen. bei dieser Technik betrachtet man die Gefühlswelt potenzieller Kunden noch etwas tiefgründiger.

Beschreibt für jeden Kundentypen auch mit Hilfe von KPIs: Wie groß ist deren CLTV (Kundenwert), wie groß die Akquisitionskosten (CAC), wie groß deren Anzahl an Besuchen, CTR, Verweildauer etc.

Eine Ergänzung zur Buyer Persona ist das „Ideal Customer Profile“ (ICP). Es repräsentiert archetypisch anvisierte Unternehmen und Organisationen im anvisierten Marktsegment und findet entsprechend im B2B-Marketing Anwendung.

WIE?

Schritt 7: Content-Mapping

Nachdem wir jetzt ziemlich genau wissen, was wir bis wann erreichen wollen, wird es nun Zeit für die eigentliche Strategie. Dahinter steht im Kern die Frage, mit welchen Content-Formaten und -Kanälen lassen sich die Ziele überhaupt erreichen. Hilfreich sind hier zwei bewährte Modelle, welche abhängig vom Marketingziel gewählt werden.

Wie bereits erwähnt, widmen wir uns in diesem Artikel vor allem messbaren, ökonomischen Zielen wie zum Beispiel Absatz, Umsatz, Gewinn, Warenkorbgröße und Kundenanzahl. Als hilfreiches Modell hat sich hier der Conversion Funnel erwiesen. Vorteil: Der Funnel beschreibt die essentiellen Bestandteile der gesamten Buyer Journey.

Conversion Funnel Beispiel

Stellt Euch im Team für jede definierte Phase folgende Fragen:

  1. Was sind die wichtigsten Phasen in Euer Buyer Journey?
  2. Welche Fragen stellen sich Buyer Personas in jeder einzelnen Phase?
  3. In welchen Kanälen hält sich die Buyer Persona jeweils auf?
  4. Welche Content-Formate eignen sich zur Beantwortung am besten?

Content Mapping

Schritt 8: Content Style Guide definieren

Vermutlich habt Ihr bereits einen CI Guide auf Basis Euren Markenkonzepts. Falls nicht holt es nach. Und ergänzt diesen um folgende wichtige Spezifikationen:

  1. Wie wollt Ihr mit den Buyer Personas sprechen? Welche Tonalität ist gewünscht?
  2. Entscheidet Euch, ob Ihr prinzipiell siezen oder duzen möchtet.
  3. Aus welcher Perspektive möchtet Ihr mit dem Kunden sprechen? Ich-Perspektive? Wir-Perspektive? Oder neutral?
  4. Welche Bildsprache ist erwünscht?
  5. Wie sollen Visuals aufgebaut sein?

Schritt 9: Strategie offen legen

Die Content-Marketing-Strategie ist die Basis für Eure Arbeit. Entsprechend sollten alle Beteiligten alsbald mit dieser vertraut gemacht werden. Auch jene, die später erst ins Projekt stoßen. Legt daher Euer Strategiepapier offen, damit alle Beteiligten von überall aus darauf zugreifen können.

Eine gute Strategie muss nie verändert werden – mit Ausnahme der Milestones und OKRs, versteht sich. Dokumentiert unbedingt sonstige so, dass sie nachvollzogen werden können.

Und wie geht es weiter?

Für die operative Umsetzung arbeitet nunmehr an einer Content-Strategie. Diese umfasst folgende Bestandteile:

  1. Content-Audit: Hiermit ist die Bestandsaufnahme der vorhandenen Inhalte (“Content Assets”) gemeint. Dabei wird festgestellt, was für Inhalte bereits existieren. Zum Beispiel auf der Website, im Blog, in Archiven etc. So ein Audit sollte alle paar Monate mal wiederholt werden.
    Ideensammlung: Gemäß Eurem Mapping werden konkrete Content- bzw. Artikelideen gesammelt, bewertet und priorisiert.
  2. Content-Planung: Auf Basis des Mappings sowie dem Ergebnissen des Audits wird bestimmt, wer bis wann Content Assets produzieren bzw. überarbeiten soll. Ein Leitfaden gibt externen Content Producern konkrete Hinweise zu den Qualitätsanforderungen, die bei der Erstellung der Inhalte zu berücksichtigen sind. Ein Produktionskalender regelt, auf welchen Kanälen und in welchen Formaten Content veröffentlicht wird.
  3. Content-Produktion: Interne und externe Content Creators produzieren bzw. überarbeiten den Content auf Basis der Planung.
  4. Content-Management prüft, ob die festgelegten Prozesse und Abläufe eingehalten werden. Außerdem wird damit sichergestellt, dass immer genügend Ressourcen zur Verfügung stehen und das Budget eingehalten wird.
  5. Content Controlling: Um die Effizienz einzelner Content-Formate und -Kanäle bewerten zu können, werden mit Hilfe von Kennzahlen regelmäßig Aufwand und Performance gemessen.

Content Planung

Fazit

Sehr oft werden in Strategiepapieren operative Maßnahmen beschrieben. Unser Tipp ist: Lagert solche Dinge aus – am besten in Euer Content-Konzept oder Redaktionsplan. Die Content-Marketing-Strategie sollte ein allgemein gültiger Leitfaden für alle Beteiligten sein. Das hat zwei Vorteile: 1) Ihr habt genug Raum für Experimente und 2) genug Raum für eine offene Diskussion. Es liegt nämlich in der Natur der Sache, dass Ihr auf operativer Ebene viel experimentieren müsst. Da ist so ein „Kompass“, welcher Euch den Weg weißt, außerordentlich hilfreich.

Ebenfalls interessant
content curation
Was ist eigentlich Content Curation?
Content-Marketing-Prozesse automatisieren
Content-Marketing-Prozesse automatisieren

Bitte kommentieren

Ihr Kommentar*

Ihr Name*
Ihre Website