Basiswissen

Push-Nachrichten versenden für signifikant mehr Traffic.

Web Push Notifications

Content-Marketing ohne einen digitalen Push-Kanal? Undenkbar! Schließlich möchte man umfassend Einfluss auf den potenziellen Kunden nehmen. Daher der Siegeszug der E-Mail. Und der neue Rekord von 771 Milliarden E-Mails allein in Deutschland.

In den letzten 20 Jahren hat sich wenig an der Dominanz der E-Mail als Marketingkanal getan. Daran konnten weder Soziale Netzwerke, noch SMS etwas ändern. Zu groß waren jeweils die Einschränkungen in Reichweite und Flexibilität.
Doch nun bewegt sich endlich etwas am Marketinghorizont!

Innerhalb weniger Jahre hat sich ein neuer Push-Kanal etabliert. Und tatsächlich haben WPN-Nachrichten das Zeug dazu, E-Mails sinnvoll zu ergänzen und teilweise sogar zu ersetzen. Die Gründe möchte ich Ihnen gern erläutern.

Begriffserklärung

WPN steht für Web Push Notifications (WPN). Nicht zu verwechseln ist die von Google entwickelte Technologie übrigens mit App Push Notification, welche Kommunikation im Kontext von Apps ermöglicht. Der Vorreiter ist hier Apple Push Notification Service (APN). Darüber hinaus gibt es konkurrierenden Standards wie z.B. Windows Push Notification Services (WNS) von Microsoft.

Funktionsweise

WPN ist eine in sich geschlossen Technik, welche eine zuverlässige Push-Kommunikation zwischen Website-Betreiber und User ermöglicht. Auf WPN basierte Benachrichtigungen erscheinen beim User in einem kleinen Fenster am Browserrand – ganz gleich, auf welcher Website er sich gerade befindet. Den genauen Auslöser bzw. Zeitpunkt kann der Betreiber festlegen. Zum Beispiel: Öffnen der Nachricht beim Scrollen des Users. Auch automatisches Schließen nach einigen Sekunden kann festgelegt werden.
Neben „Mailings“ lassen sich regelbasierte Benachrichtigungen versenden. Sie ahnen sicher bereits, dass daraus unzählige Einsatzszenarien resultieren.

Aufbau einer Nachricht

Eine WPN-Benachrichtigung besteht aus einer Überschrift sowie einem Text, von dem jedoch nur etwa 200 bis 250 Zeichen sichtbar sind. Im Text lassen sich Verlinkungen unterbringen.
Ebenso besteht die Benachrichtigung aus einem Icon oder Logo, welches in den Maßen von ca. 80×80 Pixel ausgegeben wird.
Und nicht zu vergessen: Die gesamte WPN-Box lässt sich individuell verlinken.

Push-Nachrichten versenden

Reichweite

Ohne vernünftige Reichweite ist ein Push-Kanal für Marketer uninteressant. Ein Grund, weshalb die E-Mail bei den digitalen Medien so dominant ist.
Doch auch per WPN lässt sich bereits heute die Mehrheit aller User ansprechen. Denn der Kanal funktioniert innerhalb des Webbrowsers. Soll heißen: User müssen keine zusätzliche Software installieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Windows oder MacOS verwenden. Voraussetzung ist lediglich ein halbwegs aktueller Browser vom Typ Chrome, Firefox, Opera oder Safari. Bei den mobilen Clients werden bislang nur Android-Geräte unterstützt.
Lange Rede kurzer Sinn: Allein auf Desktops sind per WPN rund 80% aller User erreichbar.

Einsatzgebiete

Ähnlich wie E-Mails bieten auch WPN-Nachrichten ein enormes Potential an Einsatzmöglichkeiten.

  • Werbung: Auf Content und Produkte aufmerksam machen, Rabatte, Gutscheine
  • Transaktionen: Bestätigung von Käufen, Benachtigung über Lieferzeit
  • Service: Terminänderungen, Service-Tracking, Sportergebnisse
  • Lifecycle: Willkommens-Nachrichten, Kaufanreize für Neukunden, Retargeting

WPN Marketing Beispiele

Der Anmeldeprozess

Unterstützte Anmeldetechniken variieren von Endgerät zu Endgerät. Am komfortabelsten ist sicher die Ein-Klick-Anmeldung, welche von? SSL-gesicherten Webseiten unterstützt wird. Dazu meldet sich eine Systembox vom Browser:

WPN Notification Opt-in Beispiel

In der zweiten Variante ist eine Box vorgeschaltet, die sich im Bezug auf Icon, Text und CTAs individualisieren lässt. Beispiel:

WPN Notification Beispiel

Erst nach der Bestätigung öffnet sich dann die Systembox.

Spam und Datenschutz

Anders als die E-Mail bringt die WPN-Technologie ein sauberes An- und Abmeldeverfahren gleich mit. Spam ist somit ausgeschlossen und der User behält die Kontrolle über sein Opt-in. Das sorgt für Akzeptanz und gute Öffnungsraten.
Zwar werden keine E-Mail-Adressen verwendet, doch die Datenschutzgrundverordnung findet auch bei WPNs Anwendung. Es werden schließlich IDs gespeichert, welche sich jeweils eindeutig zu einem Userprofil zuordnen lassen. Somit ist eine Widerrufserklärung beim Opt-in Pflicht. Und wer das Benutzerverhalten auf Userebene tracken will, muss sich die Zustimmung separat (z.B. per Checkbox) einholen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Preisgünstig: Für den Versand selbst fallen keinerlei Kosten an. Mit einer komfortablen Versandplattform hält sich auch der Arbeitsaufwand in Grenzen.
  • Schnell: WPN-Nachrichten erscheinen sofort beim User, wenn dieser seinen Browser geöffnet hat bzw. wieder öffnet.
  • Zuverlässig: Da Spamming prinzipiell nicht möglich ist, gibt es auch keine Spamfilter und -ordner. Auch das Tracking ist zuverlässiger.
  • Akzeptanz: User können Nachrichten von jedem Absender sofort abbestellen und ihn auch komplett sperren.
  • Vielfältige Tracking-Ooptionen: Prinzipiell erlaubt die WPN-Technologie ein mit der E-Mail vergleichbares Tracking
  • Personalisierbarkeit: Der Inhalt von WPN-Nachrichten lässt sich grenzenlos personalisieren.

Nachteile

  • Vordefinierter Aufbau: Eine WPN-Nachricht besteht nur aus einer Headline, Fließtext, Grafik und CTA in einem vorgegebenen Format. Die eigentliche Opt-in-Box kommt direkt vom Browser und lässt sich optisch gar nicht anpassen.
  • Eingeschränkter Inhalt: Die Länge des Fließtext ist auf 255 Zeichen beschränkt, wobei dieser zum Teil bereits nach 200 Zeichen abgeschnitten wird.
  • Keine Inbox: Der User “muss” auf eine Nachricht sofort reagieren. Einmal weggeklickt (bzw. den Browser geschlossen), ist auch die WPN-Nachricht weg.


Quelle: Single Grain

Stand-alone-Lösungen

Wer bloß unpersonalisierte WPN-Mailings plant, der ist mit einer SaaS-Lösung gut beraten. ZMPush, PushCrew, PushEngage, CleverPush, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Der Wechsel von einem zum anderen Provider ist kein Problem, denn als Anwender hat man gewöhnlich Zugriff auf seine Userdaten und kann diese beim neuen Provider wieder importieren lassen.

Fazit

WPNs ist ein Push-Kanal, der die E-Mail in manchen Bereichen abzulösen vermag. Denn anders als andere Kanäle funktioniert dieser Kanal ohne irgendein Zutun des Users. Weder müssen Plugins noch sonstige Apps installiert werden. Er gibt dem User völlige Kontrolle über sein Opt-in.

Tipps und Tricks

Sie möchten Push-Nachrichten versenden? Dann fangen Sie alsbald an, Opt-ins zu sammeln. Setzen Sie dazu einen verlockende Botschaft an den User auf. Aber Vorsicht: Beim Opt-in hat der User stets auch die Option zum Blocken des Anbieters. Und nicht wenige User klicken hier naturgemäß. Es besteht also die Gefahr, dass man durch vorschnelles Aufpoppen der Aufforderung zum Opt-in nicht nur eine miese Konversionsrate riskiert, sondern umgekehrt auf umso mehr Blacklists der User landet. Daher unser Tipp: Lösen Sie die Aufforderung stets erst nach 5-10 Sekunden aus.

Beim Aufsetzen von WPN-Nachrichten gelten ähnliche Anforderungen wie beim Posten bzw. Twittern in Sozialen Netzwerken: Kurze schlagkräftige Texte – fesselnde Bilder. Wer das beherzigt, kann von grandiosen Öffnungsraten profitieren, die per E-Mail kaum noch erzielbar sind.

Ebenfalls interessant
Alles, was Sie über die Absprungrate wissen sollten
Landing Page Optimierung
Landing Pages: Die 5 häufigsten Fehler – und wie sie vermieden werden.
1 Kommentar
  • Sonja Maleck Jun 6,2018 von 14:39

    Sehr nice!
    Beste Grüße aus dem Sauerland.

Bitte kommentieren

Ihr Kommentar*

Ihr Name*
Ihre Website

Keine Checklisten & Top-Artikel mehr verpassen!


Abmelden jederzeit über die Browsereinstellungen möglich.
Hier geht es zu unseren Datenschutzbestimmungen.