EinmalEins

Was ist eigentlich Blockchain?

einmaleins im marketing

Willkommen in unserer Rubrik namens EinmalEins. Im Wochenrhythmus erläutern wir für Sie Fachbegriffe aus dem digitalen, agilen Marketing. Kurz, knapp und kompetent!

Alle reden davon, aber keine kann so wirklich erklären, was die Blockchain eigentlich ist.
Immerhin soll die Blockchain-Technologie nach der Erfindung des Internets „the next big thing“ sein und wird viele Bereiche im Leben grundlegend verändern – nicht zuletzt das Marketing! Wir klären auf.

Das Prinzip von Blockchain

Blockchain (deutsch: Blockkette) ist ein großes und für alle öffentliches digitales Kontobuch, in dem Transaktionen gespeichert und miteinander verknüpft werden. Das ist nicht unbedingt neu oder besonders. Digitale Kontenbücher gibt es bereits seit dem Online-Banking, digitale Datenbanksysteme sogar noch länger.
Eine Firma namens Blockchain gibt es nicht. Ähnlich wie das Internet (welchen ebenfalls niemanden gehört) wird Blockchain von vielen Menschen auf der Welt gemeinsam verwaltet.
Jeder von uns kann Zugriff auf ein Blockchain bekommen, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.

Haben Sie nun Angst um Ihre Daten? Weil dann alle Ihre Daten einsehen könnten? Wenn Lisa Müller ein Konto bei der Sparkasse betreibt, kann Paul Richter einsehen, wie es um die Finanzen von Lisa steht. Im gleichen Zuge kann Lisa aber auch die Kontodaten von Paul einsehen. Diese Daten könnten von jedem missbraucht werden…aber die Konten innerhalb einer Blockchain werden anonymisiert. Das bedeutet, das Konto kann keiner realen Person zugewiesen werden.


Quelle: Cryptocurrencydiy

Bildlich kann man sich Blockchain wie eine unendlich lange Kette von Blöcken vorstellen. Jeder einzelne Block beinhaltet unterschiedliche abgeschlossene Transaktionen. Sobald ein Block voll ist, bekommt er einen Stempel in Form eines Codes und wird versiegelt.
Eine Transaktion klingt erst mal nach Geldverkehr, aber sie muss nicht unbedingt für eine Finanztransaktion stehen. Auch wenn das derzeit prominenteste Beispiel für eine Blockchain die Internetwährung Bitcoin ist. Blockchain-Technologie kann viele Arten von Transaktionen sicherer, schneller, kostengünstiger und einfacher abwickeln.

Beispiele aus unserem Alltag

Wahlkampf

Sie geben eine Stimme ab. Die gleichen Vorteile, die wir bei digitalen Münzen sehen, gelten auch für die Abstimmung: Ihre Authentizität und Legitimität wird von den Computern vieler Menschen bestätigt, und das Wahlbuch kann niemals manipuliert werden. Alles lässt sich in einer Blockchain speichern.

Nutzung von Dateispeicher

Anstatt Ihre Daten in der Dropbox zu speichern, werden Ihre Dateien in winzige Teile aufgeteilt und auf tausenden oder sogar Millionen von Computern auf der ganzen Welt gespeichert. Die Aufzeichnungen darüber, welche Teile von Dateien Ihnen gehören und wo sie sich befinden, können nicht geändert werden. Nur Sie allein haben den Schlüssel, um die Teile als Ganzes anzuzeigen – keine Organisation besitzt Ihre Daten.

Verwaltung von Energie

Die Häuser speichern und handeln automatisch Strom untereinander. Abhängig davon, welche Nachbarn zusätzlichen Strom benötigen und welche übermäßige Batterien haben. Dank Blockchain ist das keine Science Fiction mehr.


Quelle: BL Verlag

Die etwas technischere Erklärung

Da das beste Anwendungsbeispiel der Blockchain die Finanzindustrie ist, nehmen wir wieder das Beispiel Bitcoin. Bitcoin ist eine digitale Einheit: ein Wertträger. Sie werden durch einen sogenannten Proof-of-Work-Algorithmus erzeugt. Der Algorithmus wird verwendet, um getätigte Transaktionen (in diesem Fall Überweisungen) von einem Konto auf ein anderes Konto mit anderen Transaktionen so zu verrechnen, dass der gesamte Datensatz verschlüsselt in die Blockchain integriert werden kann. Dieser Rechenprozess wird auch Mining (dtsch. schürfen) genannt.

Heute funktioniert das anders. Egal ob Paypal, Kreditkarte oder Lastschriftverfahren, für jede Kaufabwicklung wird ein Drittanbieter benötigt. Das kostet Gebühren und setzt voraus, dass wir ihm vertrauliche Daten übermitteln.
Mit der Blockchain überspringen wir diesen Punkt und können Transaktionen direkt durchführen. Man spricht hier auch von einem Peer-to-Peer-Netzwerk.

So würde das dann aussehen: Wenn Paul Richter einen Bitcoin an Lisa Müller, sein Vater einen an Johann und Peter einen Bitcoin an Marie überweist, werden alle Transaktionen durch eine Hash-Funktion kryptografisch verschlüsselt und in einem Transaktionsblock zusammengefasst. Der Empfänger kann die digitalen Münzen einfach in normales Geld wechseln.

Die Blockchain ist aus technischer Perspektive nichts anderes als eine Aneinanderreihung von diesen Hash-Blöcken. Das ist ungefähr so, als würde ein Banker 10 € von Paul Richter nehmen und in dem Buch, wo alle Einzahlungen eingetragen sind, ein + machen. Das + steht dabei für den Betrag von 10 €. Der Banker (Miner) verschlüsselt den Betrag, weil niemand außer ihm wissen soll, wie viel Paul auf die Bank eingezahlt hat. Der Banker (Miner) nutzt für jede neue Einzahlung ein anderes Symbol, welches jedoch eine bestimmte Ähnlichkeit mit dem jeweils vorherigen Symbol hat. Zahlt Lisa Müller ebenfalls 10 € ein, trägt der Banker ein – statt eines + ein. Das – bedeutet in diesem Falle, dass Lisa 10 € eingezahlt hat
Je mehr Transaktionen innerhalb eines Kontos getätigt werden, desto mehr Blöcke werden durch Mining erzeugt.


Quelle: Economist

Wie wird Blockchain das Marketing beeinflussen?

Man ist sich sicher, das Blockchain auch das Marketing beeinflussen wird. In den letzten Jahren gab es deutliche Veränderungen im Konsumentenverhalten. Negative Stimmung bzgl. Vertrauen und Transparenz macht sich breit.
Auch das Marketing ist mittlerweile in nahezu allen Kanälen Datengetrieben. Doch Datenhaltung und -austausch ist nach wie vor sehr fehleranfällig.
Die Blockchain soll eine Manipulationssicherheit mit sich bringen und wieder Vertrauen schaffen.

Vor allem bei den Themen Ad fraud (das betrügerische Vortäuschen einer nicht oder falsch erbrachten Werbeleistung) und intransparente Einkaufsmodelle.
Blockchain könnte durch dezentrale Verwaltung der Daten Kunden, Vermarkter und technische Dienstleister zusammenbringen und effiziente Vorteile mit sich bringen.

Ein weiterer Vorteil könnte sein, dass auch hier keine Drittanbieter, bzw. Vermittler mehr benötigt werden. Nehmen wir an, wir benötigen ein Video. Mit der Blockchain wäre es möglich, künftig mehr Auswahl zu haben. Video-Produzenten fügen einen sogenannten Smart Contract hinzu und erlauben Ihnen, dass Video anzugucken. Im Gegenzug dazu überweisen Sie ihm ein Bitcoin, den Sie wiederum vorher bekommen haben, da Sie sich ein Werbevideo angeschaut haben.

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