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Was ist eigentlich Gamification?

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Niemand hat ihn je gesehen. Viele an dessen Existenz gezweifelt. Bis es der Amerikaner Thor Aackerlund der Welt bewies: Tetris hat ein 30tes Level.

Zwar ändert sich im Laufe unseres Lebens die Art, wie wir Spielen. Statistiken beweisen aber, dass unser kindlicher Spieltrieb keinesfalls mit dem Beginn der Pubertät verschwindet.

Mit der Unterstützung von Apps wie Runtastic, Strava oder Freeletics laufen wir direkt noch einen Kilometer weiter. Und ein guter Bewertungs-Score bei AirBnB oder eBay spornt uns ebenso an. Spielerisch verpackte Anwendungen sind weiterhin auf dem Vormarsch:

Was genau ist Gamification?

Unternehmen machen sich den natürlich Spieltrieb der Menschen zu nutze, in dem sie Gamification als Teil ihrer Markenkommunikation anwenden.
Das Wort „Gamification“ leitet sich von dem englischen „Game“ ab, was so viel bedeutet wie „Spiel“. Die Übersetzung verrät schon im Ansatz, wobei es sich bei diesem Begriff handelt: Laut Wikipedia wird Gamification als die Anwendung spiel­typischer Elemente in einem spielfremden Kontext bezeichnet.

Gamification kann verwendet werden, um bestehende, eintönige Arbeitsprozesse und komplexe Themen mit spielerischen Elementen anzureichern, so dass durch gemeinsamen Spaß ein hoher Motivationsgrad entsteht.

Ziel von Gamification

Der Einsatz von spiel­typischen Elementen kann vielfältige Anliegen zum Ziel haben, beispielsweise eine Steigerung der Produktivität bei der Arbeit, sportliche Motivation, Verbesserung der Lernfähigkeit, z.B. an Schulen oder die Förderung positiver Verhaltensweisen in der Gesellschaft.

In Unternehmen kann Gamification dazu verhelfen, über die Generierung positiver Erlebnisse, die Konsumenten langfristig zu binden. Es ist allgemein bekannt, dass Spielmechanismen und Erfolge im Allgemeinen, eine gewisse Motivationswirkung auf die „Spieler“ ausüben. Dabei liegt der Fokus immer auf der Erreichung persönlicher Ziele, die zunächst nur bedingt mit der Marke in Verbindung gebracht werden. Erst im Nachhinein, werden diese dem Unternehmen zugute geschrieben.

Zusätzlich kann durch spielerische Elemente die Kreativität und Problemlösefähigkeit gefördert werden sowie das Team Building in Unternehmen und das gemeinsame Lernen fördern.

Anwendungsgebiete von Gamification

Um die menschlichen Instinkte und Urtriebe anzusprechen, wurde in der Gamification eine Reihe von Techniken entwickelt, denen auch Sie sicherlich schon begegnet sind. Hier nur eine Auswahl an Möglichkeiten:

Punkte und Belohnungssystem (Reward)

Jeder möchte Belohnungen! Um unser Bedürfnis nach kleinen Belohnungen anzusprechen, werden in der Gamification oft virtuelles Geld, Punkte oder Sternchen verliehen, um die User zu fesseln oder zum Kauf zu motivieren. Vorweg wird vom Unternehemen genau festgelegt, was man tun muss, um etwas zu verdienen.

Beispiele sind alles, was das Sammeln von Punkten oder Vielfliegermeilen beinhaltet – also Treueprogramme für jeden Geschmack

Levels

Normalerweise beginnen wir ganz unten, aber wir sehen bereits einen Weg (z.B. auf einer Landkarte), den wir bis zum Ende gehen sollen. Level geben dem Anwender ein gutes Feedback über seinen individuellen Progress, einen Eindruck von Fortschritt, Erfolg und Anerkennung. Es spornt uns an, das nächste Level zu erreichen!

Als einer der ersten, hat eBay ein Level-basierendes Erfolgssystem eingeführt. Wenn man als User einen „eBay Feedback Score“ von 10 erreicht, wird man mit einem „Yellow Star“ ausgezeichnet. Bei 50 bekommt man einen „Blue Star Award“ usw. Dies bringt einen riesigen Motivationsfaktor, was dazu führt, dass mehr Interaktionen mit der Website geführt werden, um ein immer höheres Level zu erreichen.

Abzeichen (Badges)

Medaillen oder Abzeichen werden auch in der virtuellen Welt als Form der Anerkennung und um den Status darzustellen genutzt. Diese Art von Gamification wird angewendet, damit Sie auf sozialen Plattformen oder vor Freunden und Kollegen mit erbrachten Leistungen auftrumpfen können.

Ein beliebtes Beispiel für die Nutzung von Abzeichen ist die Nike+ Fuel App. Nike nutzt Gamification, um Kunden während ihres Laufs zu motivieren und ihre Aktivitäten zu verfolgen. Läufer treten gegen andere an und sammeln ihre neuesten Erfolge und Gesamtleistungen in Form von Abzeichen. Nike sammelt währenddessen persönliche Daten über die Nutzer, die sie widerum für ihr Content-Marketing nutzen. Darüber hinaus ist die App mit sozialen Medien verbunden, sodass Benutzer Leistungen aus aller Welt vergleichen können.

Was ist eigentlich Gamification

Pro und Contra von Gamification im Marketing

In vielen Märkten ist die Differenzierung zu Wettbewerbern schwierig geworden. Unternehmen benötigen emotionalen Zusatznutzen, um ihre Marke zu stärken. Gamification klingt zwar lustig und spannend, aber ist es auch der richtige Ansatz für Ihr Unternehmen?

Pro

  • Gamification erhöht das Engagement von Kunden, Interessenten und Partnern
    Wenn Sie die Anwender belohnen (nicht zwingend materiell – Anerkennung tut es oft auch), kann dies zu steigender Loyalität führen.
  • Menschen haben Konkurrenzdenken
    Wir Menschen möchten auffallen und belohnt werden, wenn wir bessere Leistungen als unsere Mitmenschen erbringen. Sorgen Sie für ein Erfolgserlebnis.
  • Es hilft Ihnen, Ihre Kunden zu identifizieren
    Mit Hilfe von Gamification-Tools können Sie Ihre potenziellen Kunden besser einteilen und ihnen so personalisierte Angebote unterbreiten.
  • Kontra

  • Gamification wird schnell vernachlässigt angewendet
    Einige Unternehmen glauben, allein das Hinzufügen von Bestenlisten und Abzeichen sei Gamification. Dem ist nicht so.
  • Die Teilnahme am Spiel sollte freiwillig sein
    Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu zwingen, sich mit ihren Kollegen zu messen, ist der Spaß vorbei bevor er überhaupt beginnt.
  • Spiele können schnell langweilig werden
    Erinnern Sie sich an Candy Crush? Die Herausforderung besteht darin, die Spiele innovativ, lustig und motivierend zu gestalten. Nur so können Sie mit langfristigen Erfolg rechnen.
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